Pressemitteilung

Hasselfeldt: Medienkompetenz stärken
Fruchtbare Diskussion im Expertengespräch zu Computerspielen

Sollen die sogenannten "Killerspiele" verboten werden? Gleich das erste Thema der neuen Veranstaltungsreihe "Im Gespräch mit Gerda Hasselfeldt", die am Dienstag in Dachau gestartet ist, hatte es in sich. Über Sinn und Unsinn eines möglichen Verbots diskutierten Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt, der Kriminologe Manfred Schroeder, die Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit Karlsfeld, Martina Kirchpfening, die Pädagogin Helga Schiller-Kipka, Josef Bayer von der Jungen Union sowie die beiden Computer- bzw. Paintballspieler Stefan Rott-meier und Florian Pfeuffer.

"Die Frage, ob ein Verbot sogenannter Killerspiele erforderlich ist, wird nicht erst seit den schrecklichen Ereignissen von Winnenden kontrovers diskutiert", so Hasselfeldt zur Eröffnung der Diskussion. "Da ich selbst wenig Erfahrung mit Computerspielen habe, ist es mir wichtig, die Argumente und Erfahrungen von Experten zu hören, die diese Spiele entweder selbst spielen oder beruflich mit dem Thema zu tun haben."

Florian Pfeuffer bestritt als aktiver Spieler und Offiziersanwärter bei der Bundeswehr den Realitätscharakter von Computerspieler; das Führen einer Computermaus sei nicht mit dem Führen einer Waffe zu vergleichen und könne auch nicht als Training dafür verstanden werden. Interessant an den Computerspielen sei vielmehr das Entwickeln von Strategien und die oft notwendige Teamarbeit mit anderen Spielern. Die Computerspieler unter den Diskussionsteilnehmern verwiesen zudem auf bereits vorhandene Altersgrenzen und Indizierungen einzelner Spiele.

Inwieweit ein Zusammenhang zwischen dem Spielen sogenannter "Killerspiele" und der realen Gewaltanwendung bestehe, sei derzeit ungeklärt, so Manfred Schroeder vom Arbeitskreis Polizei und Innere Sicherheit. Die Aussagen der Studien seien bislang nicht eindeutig, zudem entwickelten sich die Spiele sehr schnell, so dass das Erstellen von Studien kaum hinterherkomme.
Einigkeit bestand zwischen allen Diskussionsteilnehmern darin, dass der verantwortliche Umgang mit Gewaltdarstellungen - ob in "Killerspielen" oder auch in anderen Medien - erlernt werden müsse. Insbesondere die Eltern seien hier gefordert, ihren Kindern Medienkompetenz zu vermitteln, damit diese zwischen dem Geschehen in der virtuellen Welt und der Realität immer unterscheiden können.

"Die Diskussion, ob wir die Spiele verbieten müssen oder nicht, greift zu kurz", fasste Hasselfeldt ihren Eindruck nach dem Fachgespräch zusammen. "Fest steht, dass es uns um einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Spielen gehen muss, um Medienkompetenz und um die Vermittlung von Werten. Und das ist eine Aufgabe, die sich nicht nur an die Eltern, sondern an die ganze Gesellschaft richtet."

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