Pressemitteilung

Bernhard Seidenath: Entscheidung des Deutschen Bundestages zu Spätabtreibungen ist ein Fortschritt für den Lebensschutz

"Leben ist das höchste Gut. Auch ungeborenes Leben hat deshalb Anspruch auf einen möglichst optimalen Schutz. Die heutige Entscheidung des Deutschen Bundestages ist ein Fortschritt für den Lebensschutz. Denn bisher sind Spätabtreibungen, also Abbrüche nach der zwölften Schwangerschaftswoche, in der Regel ohne psychosoziale Beratung vorgenommen worden. Das wird sich nun glücklicherweise ändern", erklärte Bernhard Seidenath, der Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag für bioethische Fragestellungen.

Der Bundestag hat in seiner heutigen Sitzung einem Gruppenantrag der Union und einzelner SPD-Abgeordneter zur Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes zugestimmt. Wenn eine Behinderung oder Erkrankung beim ungeborenen Kind nachgewiesen ist, sind Spätabtreibungen deshalb nur noch nach einer psychosozialen Beratung der Eltern sowie nach einer dreitägigen Karenzzeit erlaubt.

"Von der neuen Beratungsverpflichtung und Karenzzeit profitieren sowohl der Le-bensschutz als auch die betroffenen Mütter und Familien. Denn letztere befinden sich nach der Feststellung einer Behinderung ihres Kindes in einer überaus schwierigen, manchmal gar ausweglos scheinenden Situation. Die zu treffende Entscheidung ist für das Kind wie für die Eltern von elementarer Qualität. Von der Entscheidung hängt zum einen das Leben des Kindes ab, zum anderen verändert sie auch das Leben der Eltern. Eine in qualitativer wie in zeitlicher Hinsicht ausrei-chende Bedenkzeit kann Eltern davor bewahren, sich für den Rest ihres Lebens Vorwürfe zu machen. Eltern brauchen in einer solchen Situation qualifizierten Rat und professionelle Hilfe. Deshalb hilft die neue Regelung dem Kind und seinen Eltern ganz enorm", betonte Seidenath.

Bei Vorliegen einer medizinischen Indikation ist ein Schwangerschaftsabbruch nach aktueller Rechtslage bis zur Geburt möglich. 2008 wurden in Deutschland 2331 Schwangerschaftsabbrüche nach der zwölften Woche vorgenommen, davon 231 nach der 23. Woche. "Auch in Bayern ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ab der 23. Woche in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen: Von 25 im Jahr 2006 über 26 im Jahr 2007 auf 34 im vergangenen Jahr", teilte Seidenath mit und kommentierte: "Diese Entwicklung muss uns mit Sorge erfüllen. Sie zeigt ein-drücklich, wie wichtig der heutige Schritt des Bundestages ist."

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