Pressemitteilung

Schlesische Lehrer zu Gast in Maisach
Gespräch mit Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt

Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt ist in Maisach mit einer Gruppe von Lehrern aus dem schlesischen Kreuzburg zusammengetroffen. Sie folgte damit einer Einladung des Vereins für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA). Im Zentrum stand dabei die Diskussion über Möglichkeiten, das Verständnis zwischen Polen, Deutschen und den in Schlesien lebenden Deutschen weiter zu verbessern.

Hasselfeldt zeigte sich dankbar für das Zusammentreffen und betonte die Bedeutung der Kontakte zwischen Deutschland und Polen. Es sei wichtig, diese auf allen Ebenen zu pflegen. Der Deutsche Bundestag und das polnische Parlament, der Sejm, hätten deshalb bereits vor mehreren Jahren den Austausch intensiviert, es gebe jährlich gemeinsame Sitzungen der beiden Präsidien.

"Die Geschichte hat unsere beiden Länder aufs Engste miteinander verbunden", erinnerte die Bundestagsvizepräsidentin. Dies werde gerade in diesen Tagen, 70 Jahre nach dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen, deutlich. Die jüngere Vergangenheit verknüpfe die beiden Staaten aber auch sehr positiv miteinander, so Hasselfeldt: "Der Mauerfall und damit die Wiedervereinigung Deutschlands wären ohne den bedeutenden Beitrag der Solidarno??-Bewegung in Polen nicht möglich gewesen." Daran erinnere seit kurzem ein Mauerstück aus der Danziger Werft unmittelbar neben dem Berliner Reichstagsgebäude. An der Werft hatten während der kommunistischen Herrschaft in Polen immer wieder Arbeiter demonstriert und dem Regime demokratische Zugeständnisse abgerungen. "Die Polen haben damit nicht nur der Demokratie in ihrem eigenen Land einen großen Dienst erwiesen, sondern eine der Grundlagen für die deutsche Wiedervereinigung gelegt", betonte Gerda Hasselfeldt.

Für eine gemeinsame Zukunft hält Hasselfeldt vor allem den Austausch zwischen Jugendlichen für bedeutsam. Der Arbeit der Schulen und dem Einsatz der Lehrer käme daher große Bedeutung zu, wobei eine wesentliche Grundlage das Erlernen der jeweiligen Fremdsprache sei. Die Kreuzburger Schule bietet daher allen Schülern Deutschunterricht an und wird dabei vom VDA unterstützt. Bei der derzeit laufenden Suche nach einer Partnerschule in Bayern kündigten Bürgermeister Hans Seidl und der stellvertretende Bundesvorsitzende des VDA, der ehemalige Maisacher Bürgermeister Gerhard Landgraf, ihre Unterstützung an.

Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt informierte die Lehrergruppe zudem über ein besonderes Angebot des Deutschen Bundestages: Im Rahmen des Internationalen Parlaments-Stipendiums (IPS) können Jugendliche jedes Jahr ein mehr-monatiges Praktikum im deutschen Parlament absolvieren, um die deutsche Demokratie und das Leben in Deutschland kennenzulernen und die gemachten Erfahrungen mit in ihr Heimatland zu nehmen. An dem Programm nehmen jährlich auch junge Menschen aus Polen teil.

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