Pressemitteilung

Landtagspräsidentin Barbara Stamm empfängt Solly Ganor im Bayerischen Landtag - ergreifende Lesung im Thoma-Haus in Dachau

Sehr herzlich hat Landtagspräsidentin Barbara Stamm heute Mittag den Holocaustüberlebenden und Schriftsteller Solly Ganor im Bayerischen Landtag willkommen geheißen. Zusammen mit Karl Freller, Direktor der "Stiftung Bayerische Gedenkstätten" und dem Dachauer Stimmkreisabgeordneten Bernhard Seidenath empfing sie den 81-Jährigen im Vorfeld einer Gedenkstunde des Landtags aus Anlass des Tags der Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und des 65. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Während der Gedenkstunde nahmen Ganor, seine Frau sowie Frau Naor, deren Ehemann Abba den Holocaust ebenfalls überlebte, auf der Ehrentribüne des Landtags Platz. Ein kurzes persönliches Gespräch mit Ministerpräsident Horst Seehofer schloss sich an.

"Tief beeindruckt, betroffen und wütend über die jede menschliche Vorstellungskraft übersteigenden Gräueltaten der Nationalsozialisten" zeigte sich Seidenath nach Ganors Lesung am Abend im Thoma-Haus im Dachau, zu dem er - zusammen mit seinen Landtagskollegen Martin Güll und Florian Ritter - direkt aus dem Maximilianeum gekommen war. "Solly Ganor hat wahnsinniges Glück gehabt, dass er die für ihn vier Jahre lang dauernde Hölle in verschiedenen Ghettos und Konzentrationslagern sowie den Todesmarsch im April 1945 überleben konnte. Bezeichnend ist, dass Solly Ganor seine wahre Geschichte 21 Jahre lang geheimhielt und auch gegenüber seiner nächsten Umgebung nicht in der Lage war, über seine Erlebnisse zu sprechen. Ich kann weiterhin nicht im Ansatz verstehen, wie Menschen jede Hemmschwelle verlieren und zu derartig abartigen Verbrechen fähig werden konnten. Neben der Frage nach dem "Warum" ist an diesem Abend mit Solly Ganor deshalb das Ausrufezeichen nach dem "Nie wieder!" noch größer und fetter geworden", erklärte Seidenath.

zurück