Pressemitteilung

"Wir müssen die Partei für Frauen attraktiver machen"

Gelungene Premiere in München: Mit Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt eröffnete die Hanns-Seidel-Stiftung ihre neue Veranstaltungsreihe "Starke Frauen Starke Worte". Im angeregten Gespräch mit BR-Journalistin und Moderatorin Daniela Arnu appellierte die Vollblut-Politikerin an Frauen, mehr Mut und Selbstbewusstsein zu zeigen und sich stärker in der Politik zu engagieren.

"Es darf nicht mehr sein, dass Frauen sich entscheiden müssen zwischen Karriere oder Familie. Beides muss möglich sein", sagte Hasselfeldt vor rund 120 Zuhörern aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur im Münchner Konferenzzentrum der Akademie für Politik und Zeitgeschehen. Als Hasselfeldt 1987 in die Politik einstieg, habe sie lernen müssen, sich in einem von Männern geprägten Umfeld durchzusetzen und gleichzeitig den Spagat zwischen Beruf und Familie zu bewältigen.

Heute haben Frauen hingegen mehr Chancen auf eine Parteikarriere. So seien zum Beispiel Mentoring-Programme sehr hilfreich. Der Forderung nach einer Frauenquote in der CSU stimmt die gebürtige Straubingerin angesichts einen Frauenanteils von nur 18 Prozent zu. Die Partei, so Gerda Hasselfeldt weiter, müsse attraktiver für Frauen werden. "Frauen möchten gefragt und aufgemuntert werden."

Gerade in der Politik sollten Frauen "ein eigenes Profil entwickeln, auf ihre Stärken vertrauen und auf ihre hohe emotionale Intelligenz setzen", ob auf kommunaler Ebene oder in der Landes- und Bundespolitik.

Daneben mahnte sie Vielfältigkeit an, da "gemischte Teams innovativer, leistungsfähiger und motivierter" seien und Frauen außerdem eine Bereicherung darstellten. Wie die Unternehmen, in denen das Thema Diversity Management immer wichtiger wird, müsse auch die Politik handeln: "Chancengleichheit, die nur auf dem Papier festgeschrieben steht, ist nicht das Papier wert, auf dem sie beschlossen wird - auch wenn es Büttenpapier ist."

Hasselfeldt, die von 1995 bis 2002 auch finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion war, hat sich über alle Parteigrenzen hinweg hohe Anerkennung erarbeitet. Ihre Erfahrung zeige: "Wenn Frauen frauen-untypische Themen besetzen, können sie sich möglicherweise besser in der Männerwelt behaupten." Frauen müssten demnach nicht nur Themen innerhalb der Frauen-, Familien- und Sozialpolitik besetzen. "Das Fachwissen und Urteilsvermögen von Frauen ist auch in anderen Bereichen gefragt."
Einen breiten Raum nahm zudem das Thema Finanzmarktkrise ein. Mit kühlem Sachverstand analysierte die Finanzexpertin deren Ursachen und forderte, dass alles dafür getan werden müsse, das verloren gegangene Vertrauen der Menschen wieder zu gewinnen.

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