Pressemitteilung

Bernhard Seidenath fordert intensive Aufklärung und Beratung im Vorfeld der Blutuntersuchung auf Trisomie 21

Der Bluttest der Firma Lifecodexx, mit dem eine werdende Mutter ohne großes Risiko eine Genom-Mutation, etwa Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt, bei ihrem ungeborenen Kind feststellen kann, hat heftige Diskussionen ausgelöst. Bernhard Seidenath, der Sprecher für bioethische Fragestellungen der CSU-Landtagsfraktion, plädiert in diesem Zusammenhang für eine intensive Aufklärung und Beratung der Schwangeren bereits im Vorfeld des Tests.

„Positiv ist zwar, dass der neue Bluttest kein Risiko für das ungeborene Kind mit sich bringt – ganz anders als die herkömmliche Methode der Fruchtwasseruntersuchung, bei das Risiko eines Abgangs durchaus erhöht ist. Hierin liegt allerdings gleichzeitig die Gefahr, dass der Bluttest – gerade wegen des geringen Risikos – künftig flächendeckend angewandt wird und es faktisch zu einem Trisomie 21-Screening kommen könnte“, erläuterte Seidenath. „Da Schätzungen zufolge mehr als 90 Prozent der Föten, bei denen ein Down-Syndrom diagnostiziert wird, abgetrieben werden, berührt dies das Lebensrecht eines Kindes mit Trisomie 21. Diese Genom-Mutation könnte so faktisch zu einem Todes-Urteil werden. Dies ist nicht nur ein schwerer psychischer Schlag für alle, die mit Trisomie 21 leben. Wir dürfen auch die Situation der werdenden Eltern nicht außer Acht lassen, die vor eine extrem schwierige, ja im wahren Sinne existentielle Entscheidung gestellt werden. Sie wird – so oder so – den betroffenen werdenden Elternteil sein ganzes weiteres Leben lang begleiten. Deshalb darf die werdende Mutter, das werdende Elternpaar keinesfalls unvorbereitet in eine solche Untersuchung gehen. Wer den Test anwendet, sollte mit deutlichem zeitlichem Abstand intensiv aufgeklärt worden sein und eng beraten werden“, so Seidenath.

Der Sprecher der CSU-Landtagsfraktion für bioethische Fragestellungen erklärte weiter: „Wer den Test vertreibt, hat Verantwortung, der er auch – mittels Aufklärung – gerecht werden muss. Idealerweise sollte der Anwendung des neuen Tests eine Beratung wie vor einem Schwangerschaftsabbruch vorangehen. Keinesfalls darf er leichtfertig angewendet werden. Mit Fachleuten muss etwa die Frage durchgespielt werden, wie sich die werdenden Eltern verhalten, wenn der Test positiv ist – und welche Folgen im Fall des Falles eine Abtreibung hätte. Für eine solch weitreichende Entscheidung sollte sich das Paar ruhig einige Tage Zeit nehmen, ehe der Test angewandt wird. Diese Karenzzeit von einigen Tagen halte ich für sehr wichtig“, betonte Seidenath. „Schließlich ist, auch wenn der Bluttest als exakter gilt als die bisherige Methode der Fruchtwasseruntersuchung, das Risiko einer falschen Diagnose nicht vollständig ausgeschlossen.“

Für den Test sind lediglich 10 Milliliter Blut aus der Armvene der Mutter notwendig. Da in dem Blutkreislauf der Mutter auch DNA-Fragmente des Fötus zirkulieren, kann mittels einer DNA-Sequenzierung und einer Computerauswertung festgestellt werden, ob in dem fetalen Genom das Chromosom Nr. 21 dreifach vorhanden ist.

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