Pressemitteilung und -einladung

Bernhard Seidenath: Kriminelles Handeln mit aller Härte bestrafen - Vertrauen in Organspende darf nicht unter Einzelnen leiden

Entsetzt über die heute bekannt gewordenen möglichen Unzulänglichkeiten am Klini-kum Göttingen zeigt sich Bernhard Seidenath, der Sprecher für bioethische Fragen der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. "Allein der Verdacht eines solchen ver-abscheuungswürdigen Tuns schadet der guten und lebensrettenden Sache der Organspende enorm. Organspende lebt vom Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger und von der Lauterkeit der handelnden Akteure. Beides wird durch den jetzt bekannt gewordenen Verdacht schwer beeinträchtigt."

Schon mit Blick auf die vielen tausend Patientinnen und Patienten, die deutsch-landweit auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen, wäre ein solches Verhalten wie in Göttingen unverzeihlich. Die handelnden Mediziner müssten in einem solchen Fall mit aller Härte des Gesetzes zur Rechenschaft gezogen werden. "Die gesetzlichen Möglichkeiten, um solch kriminelles Tun adäquat zu bestrafen, sind vorhanden. Gesetzesverschärfungen oder -änderungen braucht es nicht."

Am Universitätsklinikum Göttingen sollen Mediziner Patientenakten gefälscht haben, um diesen Patienten schneller ein postmortal gespendetes Organ zu verschaffen. Es wären also die Organverteilungsregelungen von Eurotransplant durch bewusst falsche Angaben zugunsten der Göttinger Patienten ausgehebelt worden. Damit hätten andere Patienten auf der Warteliste länger oder gar vergeblich auf ein Spenderorgan gewartet. Seidenath: "Schon der Verdacht ist in der Sache fatal. Alle am Organspendeprozess Beteiligten - in allen Ländern und in ganz Europa - haben eine hohe Verantwortung, dass so etwas nicht passiert."

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