Pressemitteilung

Gegen die Verzweckung des Menschen

Alois Glück diskutiert in Dachau über christliche Werte in der Gesellschaft

Über "christlich-katholische Werte in einer sich verändernden Gesellschaft" hat der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK) in Deutschland, Landtagspräsident Alois Glück, kürzlich auf Einladung des Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath in Dachau referiert und diskutiert. Im Pfarrheim von St. Jakob zeigte Glück auf, warum er als tiefschürfender Vordenker und als, wie Seidenath ihn in seiner Begrüßung bezeichnete, "Bohrer der ganz dicken Bretter" gilt.

Nach seinem Bekenntnis, dass Dachau seine "zweite Heimat" sei - von hier war er 1970 erstmals in den Landtag gewählt worden -, prangerte Glück die häufig anzutreffende "Verzweckung des Menschen" an. Dabei sei niemand so stark, dass er nicht andere bräuchte - und niemand so schwach, als dass er nicht für andere eine Bereicherung wäre. Der frühere Landtagspräsident und langjährige Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, der sich auch in der Hospiz- und Palliativarbeit engagiert, warnte zudem vor der Gefahr, Freiheit und Verantwortung zu entkoppeln, und mahnte eine "Kultur der Verantwortung" an. In diesem Zusammenhang dankte er allen, die sich ehrenamtlich für die Gesellschaft engagieren. Ganz grundsätzlich stellte Glück vor den 150 Zuhörern, zu denen auch Dachaus OB Peter Bürgel, Seidenaths Vorgänger Blasius Thätter, Stefan Löwl vom Landratsamt, Dachaus Ehrenringträger Dr. Manfred Probst, die Schönbrunner Generaloberin Schwester Benigna und die beiden evangelischen Pfarrer Peter Dölfel und Björn Schukat gehörten, fest: "Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit sind eineiige Zwillinge". Aus Werten müssten Leitbilder, und aus Leitbildern müssten Prioritäten im Einsatz der Mittel Zeit, Kraft und Geld entwickelt werden. Unter diesen Maßstäben müsse die Familienpolitik in den Mittelpunkt der Gesellschaftspolitik gerückt werden.

Was die innerkirchlichen Themen anbelangt, so wiederholte Glück seine Forderung, dass auch bewährte, verheiratete Diakone nach einer entsprechenden Fortbildung zur Priesterweihe zugelassen werden sollten. Von der Rücktrittsankündigung des Papstes sei auch er überrascht worden. Zum Missbrauchsskandal merkte er an, dass die Fallhöhe der Kirche eine viel größere sei und hier deshalb besonders hohe Maßstäbe angelegt werden müssten.

In seiner Begrüßung hatte MdL Seidenath daran erinnert, dass "unsere Gesellschaft eine Wertefundierung braucht". Nicht von ungefähr nähmen sowohl die Bayerische Verfassung als auch das Grundgesetz in ihren Präambeln auf Gott Bezug. "Wir brauchen die Stimme der Kirche in der Gesellschaft. Wir brauchen vitale Kirchen", stellte Seidenath fest.

Dekan Wolfgang Borm, der Pfarrer von St. Jakob, forderte in seinem Grußwort unter anderem, Diakonen die Spendung der Krankensalbung zu erlauben.

Als Gastgeschenk für Alois Glück, der auch Schimherr für die "Unser Land"-Bewegung ist, lag ein Geschenkkorb mit Produkten des "Dachauer Lands" nahe. Unter großem und dankbarem Applaus des Publikums überreichte Seidenath dem ZdK-Präsidenten einen solchen zusammen mit der 1. Vorsitzenden des Unser-Land-Dachvereins, Michaela Steiner.

Das beiliegende Foto zeigt (von links): Michaela Steiner, Bernhard Seidenath, Alois Glück und Dekan Wolfgang Borm nach der Geschenkübergabe.

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