Pressemitteilung

Bernhard Seidenath: Vertrauen in die Organspende wieder herstellen - Bündnis für Organspende umsetzen - Organmangel kostet täglich Menschenleben

„Die Bereitschaft zur Organspende hat sich deutlich verschlechtert. Deshalb ist auch in Bayern die Situation bei den Transplantationen dramatisch. In den ersten drei Monaten sind in Bayern nur so viele Organe verpflanzt worden, wie sonst in einem Monat. Die heute vorgestellten Vorschläge der so genannten Mühlbacher-Kommission sind hilfreich und notwendig, um das nötige Vertrauen in die Organspende wieder herzustellen.“ Das sagte Bernhard Seidenath, der Sprecher für bioethische Fragen der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag.

„Die Umsetzung der Vorschläge der Mühlbacher-Kommission kann das nötige Vertrauen schaffen, die gesetzliche Entscheidungslösung doch noch zur Wirkung zu bringen“, betonte Seidenath und fügte hinzu: „Mein Vorschlag, ein Bündnis für Organspende zu bilden, ist im Landtag auf breite Mehrheit gestoßen. Ein entsprechender Antrag ist inzwischen in den Landtag eingebracht worden. Neben den nun in Angriff genommenen strukturellen Änderungen brauchen wir eine breite gesellschaftliche Stimmung, die die Organspende trägt, also das Bündnis für Organspende möglichst vieler Institutionen und gesellschaftlicher Gruppen.“

Als externer Experte hat der Wiener Chirurgieprofessor Ferdinand Mühlbacher die Abläufe bei der Transplantation in Bayern unter die Lupe genommen und Vorschläge für Verbesserungen abgegeben. „Analysieren, entscheiden und umsetzen ist der unumgängliche Dreischritt, damit Organspende und Transplantation wieder Leben retten können“, stellte der CSU-Politiker fest. Und weiter: „Die Vorschläge sind für die Universitätskliniken Erlangen und München-Rechts der Isar sicherlich schwierig – sie sind aber im Interesse des höheren Ziels, durch Organspende und Transplantation möglichst viele Menschenleben zu retten, unumgänglich.“

Die vom Bundestag im vergangenen Jahr beschlossene Entscheidungslösung sei mit großen Hoffnungen verbunden worden. Jeder Bürger Deutschlands soll dabei ja von seiner Krankenkasse über die Möglichkeit der Organspende informiert und gebeten werden, eine Entscheidung zu treffen und diese am besten in einem Organspendeausweis zu dokumentieren. „Angesichts des aktuellen Vertrauensverlusts würde eine derartige Information derzeit aber nutzlos verpuffen“, mahnte Seidenath.

Die Dramatik bestehe darin, dass schon vor dem Vertrauensverlust durch die Vorkommnisse Tag für Tag drei Menschen gestorben sind, die durch eine Transplantation hätten gerettet werden und ein Leben in weitgehender Normalität hätten führen können. „Die Zahl der Menschen und Familien, denen nicht mehr geholfen werden kann, hat sich dramatisch erhöht. Die heute vorgelegten Vorschläge sind zusammen mit dem Bündnis für Organspende geeignet, diesen Negativtrend wieder umzukehren.“

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