Pressemitteilung

Für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung im Landkreis!

Klausurtagung der CSU-Kreistagsfraktion Dachau

Die medizinische Versorgung im Landkreis sowie der Umgang mit den Ergebnissen des Projekts "Dorf und Metropole" standen im Mittelpunkt der diesjährigen Klausurtagung der Dachauer CSU-Kreistagsfraktion. Als Referenten waren u.a. Martin Degenhardt von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), Bernward Schröter, Vorstand der Amperkliniken sowie Dr. Wolfgang Eder, Ärztezentrum Karlsfeld zu Gast. Zudem konnte Fraktionsvorsitzender Wolfgang Offenbeck auch Landrat Hansjörg Christmann sowie den designierten Landratskandidaten Stefan Löwl auf der Klausurtagung in Karlsfeld begrüßen.

Degenhardt skizzierte zunächst den neuen Ansatz in der Bedarfsplanung bei der KVB. So soll es statt wie bisher 79 Kreisen künftig 137 Mittelbereiche als Planungsregionen geben. Kritisch wurde aus den Reihen der Fraktion, so z.B. von Bürgermeister Gerhard Hainzinger angemerkt, dass auch der neue Ansatz die bestehenden Probleme im Landkreis einer lokalen Über- und Unterversorgung mit Haus- und Fachärzten nicht lösen werden könne. Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath warb in diesem Zusammenhang nochmals eindringlich für eine Teilung des Landkreises in der ärztlichen Bedarfsplanung, da nur so eine Konzentration der Ärzte in Dachau vermieden werden könne. Degenhardt verwies hier auf die starren Kriterien des Zulassungsausschusses und die Mitbestimmung durch die Krankenkassen, sicherte aber zu, dass sich der KVB-Vorstand nochmals mit der Thematik und insbesondere mit dem Fall "Sulzemoos" beschäftigen werde. In Sulzemoos schlossen Hausarztpraxen bzw. wanderten nach Karlsfeld ab, durften aber nach den geltenden Kriterien nicht nachbesetzt werden, da in der Gesamtegion eine Überversorgung festgestellt wurde.

Dr. Wofgang Eder erläuterte den CSU-Kreisräten den Ansatz der neuen Ärztehauses in Karlsfeld und diskutierte mit ihnen über die aktuellen Probleme des Hausarztwesens. Daran, dass immer weniger Ärzte nach dem Studium diesen Beruf antreten wollen, sei z.B. auch die Bürokratisierung des Gesundheitswesens und die im Vergleich zu anderen Berufen im Medizinbereich unattraktive Bezahlung und Arbeitszeit mit Schuld, so Eder.

Amperkliniken-Vorstand Schröter legte in seinem Vortrag dar, welche gewaltigen Anstrengungen derzeit unternommen würden, um das Dachauer Klinikum an der medizinischen Spitze zu halten. Neben dem Neubau und der Erneuerung der Funktionsbereiche (Bettenhaus) sei geplant, bis Ende 2013 ein onkologisches Zentrum sowie einen Strahlenbereich zu etablieren. Auch eine verstärkte Kooperation mit Wissenschaft und Forschung sowie der Ausbau der Gynäkologie stehe derzeit auf der Prioritätenliste ganz oben, so Schröter.

Landrat Hansjörg Christmann empfahl den CSU-Kreisräten, die "Gunst der Stunde" zu nutzen und Angesichts der großen Schwierigkeiten der Münchner Kliniken, Dachau weiter als medizinischen Top-Standort auszubauen und zu stärken.

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