Pressemitteilung

"Neues Zeitalter": Erste Delegation aus dem Landtag in der neuen Bayerischen Repräsentanz in Prag - Seidenath begrüßt beginnende Normalität zwischen Bayern und Tschechien

„Hier hat ein neues Zeitalter begonnen“, erklärte Bernhard Seidenath, Stimmkreisabgeordneter für den Landkreis Dachau im Bayerischen Landtag, als er die neue Bayerische Repräsentanz in Prag betrat. Nach jahrzehntelanger Eiszeit hatte Ministerpräsident Horst Seehofer diese am 4. Dezember eröffnet. Keine zwei Wochen später, am 17. Dezember, besuchte Seidenath - mit der ersten Delegation aus dem Bayerischen Landtag - diese erste offizielle Vertretung Bayerns in Prag. „Dies ist ein großer Schritt für die Beziehungen beider Länder“, erklärte der Dachauer Abgeordnete und zeigte sich von den zentral in der tschechischen Hauptstadt gelegenen repräsentativen Räumen sehr beeindruckt. „Meine Großeltern und mein Vater sind nach Kriegsende selbst aus dem Sudetenland vertrieben worden. Jahrelang standen die Beneš-Dekrete einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Bayern und der Tschechischen Republik entgegen. Erst durch die beeindruckende, ja denkwürdige Rede des tschechischen Premierministers Petr Necas am 21. Februar 2013 vor der Vollversammlung des Bayerischen Landtags, in der er das Vertreibungsunrecht aufrichtig bedauerte, wurde der Weg für eine Normalisierung der Beziehungen beider Länder frei“, erläuterte Seidenath und betonte auch die wichtige Rolle, die die Heimatvertriebenen selbst – insbesondere in Gestalt des Sprechers der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt – dabei gespielt hätten.

Bisher war der Freistaat Bayern in Prag lediglich durch eine Außenhandelskammer vertreten. Die neue Repräsentanz ist nun für alle Politikfelder zuständig und direkt der Staatskanzlei unterstellt, ebenso wie die Bayerischen Vertretungen in Brüssel und in Quebec/Kanada. Untergebracht ist die Repräsentanz, die von Dr. Hannes Lachmann geleitet wird, im geschichtsträchtigen „Haus zur Goldenen Melone“ direkt am Altstädter Ring, dem zentralen Platz in der Prager Altstadt (Michalská 12). Sie soll ein Ort der Begegnung und des Netzwerkens sein. Insbesondere kulturelle Veranstaltungen sollen künftig in den großzügigen Räumen stattfinden. Als „Ort für Dialog, Freundschaft und Miteinander“ bezeichnete sie Ministerpräsident Horst Seehofer bei der Einweihung.

Seidenath besuchte die Repräsentanz zusammen mit der Arbeitsgruppe "Vertriebene und Partnerschaftsbeziehungen" der CSU-Landtagsfraktion, die vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Josef Zellmeier aus Straubing geleitet wird. Der Delegation gehörte auch Steffen Hörtler als Landesobmann der Sudetendeutschen in Bayern an.

Bayern ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner der Tschechischen Republik. Das jährliche Handelsvolumen beläuft sich auf 15 Milliarden Euro. Mit Deutschland insgesamt sind es 68 Milliarden Euro. Die beiden Staaten verbinden viele Themen: etwa die Innere Sicherheit oder die Bedrohung durch die synthetische Droge Crystal Meth. Fachkräftemobilität, Ausbildung und Infrastruktur sind ebenfalls zentrale Themen. Knappe dreieinhalb Fahrstunden im Auto trennen Dachau und Prag (375 Kilometer), die Entfernung ist also in etwa so groß wie nach Aschaffenburg oder Trient (Trentino-Südtirol), geringer als nach Frankfurt am Main und deutlich geringer als etwa nach Wien.

"Die Repräsentanz will ganz Bayern abbilden, am besten jeden Landkreis. Mein Ziel ist es deshalb, dass sich auch der Landkreis Dachau durch einen Gegenstand oder ein Kunstwerk in der neuen bayerischen Repräsentanz in Prag verewigt", erklärte Seidenath, als er sich ins Goldene Buch der Repräsentanz eintrug.

Foto 1 zeigt Seidenath beim Blick auf die neue Bayerische Repräsentanz in der Prager Altstadt.
Foto 2 zeigt (von links) mit Steffen Hörtler, Bernhard Seidenath, Dr. Hannes Lachmann und Josef Zellmeier die erste Delegation aus dem Landtag vor der neuen Bayerischen Repräsentanz in Prag.

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