Pressemitteilung

Weitere Klasse für jugendliche Asylbewerber und Flüchtlinge an der Berufsschule Dachau

„Das Bildungsangebot für junge Asylbewerber und Flüchtlinge im Alter zwischen 16 und 21 Jahren an der Berufsschule Dachau wird ausgeweitet. Die bis 2013 bestehende Lücke im Landkreis konnte schon im aktuellen Schuljahr 2013/14 durch ein Sondermodell geschlossen werden. Der Andrang aber war viel größer, so dass es ab dem kommenden Schuljahr 2014/15 zwei Klassen geben wird, die im darauffolgenden Schuljahr in ein Berufsintegrationsjahr einmünden werden. Ich bin froh, dass wir diese Ausweitung des Angebots – wie bereits die Etablierung einer ersten Klasse im vergangenen Jahr - mit vereinten Kräften möglich machen konnten. Für viele junge Menschen kann so eine berufliche Perspektive geschaffen werden. Froh bin ich auch, dass das Bildungsministerium wieder zugesagt hat, auch diese zweite Klasse ab dem Schuljahr 2015/16 in eine Regelförderung zu überführen“, teilte Bernhard Seidenath, Stimmkreisabgeordneter für den Landkreis Dachau im Bayerischen Landtag, heute in Dachau mit.

An der Pressekonferenz in den Räumen der Volksbank-Raiffeisenbank Dachau beteiligten sich auch alle, die diesen, so Seidenath, „guten und wichtigen Schritt“ möglich gemacht haben, nämlich Landrat Stefan Löwl, Sven Meyer-Huppmann als Vertreter des Bayerischen Bildungsministeriums, Johannes Sommerer, der Leiter der Staatlichen Berufsschule Dachau, und Christian Oswald als Lehrer in der aktuellen Klasse der Berufsschule Dachau, Isolde Stefanski, die Leiterin des Staatlichen Schulamts Dachau, Waltraud Wolfsmüller vom Arbeitskreis Asyl Dachau, Johann Schöpfel, Vorstand der Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG, Gottlieb Herzog als Vertreter der Stiftung Hubert-Beck zur Ausbildungsförderung, Marion Benzait als Vertreterin der Asylberatung der Caritas Dachau sowie Johanna Weizer-Hesky und Matthias Buschhaus aus der Geschäftsführung der Volkshochschule Dachau. Nasra Mahamed Mahamud und Sundy Albert Oriafo, Schüler des laufenden Angebots für Asylbewerber und Flüchtlinge, berichteten zudem über ihre Erfahrungen in der aktuell laufenden Klasse.

„Das Beschulungsangebot für die jugendlichen Asylbewerber und Flüchtlinge ist zweijährig angelegt. Im ersten Jahr wird für die Jugendlichen das Erlernen der deutschen Sprache im Mittelpunkt stehen, im zweiten Jahr die Vorbereitung auf eine anschließende Berufsausbildung. So können die Jugendlichen die erforderliche Ausbildungsreife erlangen und ihre Chancen auf eine erfolgreiche berufliche Perspektive verbessern“, ging Sven Meyer-Huppmann auf die Kernpunkte ein.

Möglich wird dies durch eine gemeinsame Kraftanstrengung vieler Beteiligter: Der Dachauer Arbeitskreis Asyl, dessen ehrenamtlich Engagierte die Asylbewerber und insbesondere die Jugendlichen betreuen, ermöglicht zusammen mit der VHS Dachau und mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG und der Stiftung Hubert-Beck nun die zweite Klasse für Asylbewerber und Flüchtlinge, die erneut an der Berufsschule Dachau implementiert wird. Mit den Mitteln der Sponsoren wird der komplette Sprachunterricht für das Schuljahr 2014/15 finanziert.

„Eine gute und fundierte Berufsausbildung ist die wichtigste Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Dies gilt für einheimische Jugendliche ebenso wie für Jugendliche, die als Asylbewerber zu uns kommen. Bildung bedeutet immer auch Chancen! Deshalb freue ich mich sehr über das neue Angebot und danke von Herzen all denen, die es ermöglicht haben“, bedankte sich Landrat Stefan Löwl bei allen Beteiligten.

Als Erfolgsmodell bezeichnet Johannes Sommerer, Schulleiter der Berufsschule Dachau das Beschulungsprojekt für jugendliche Asylbewerber und Flüchtlinge im Landkreis Dachau. „Mit Leidenschaft und großem persönlichen Engagement haben sich die Lehrkräfte unserer Schule in das Projekt eingebracht. Sie haben zahlreiche Lehrerfortbildungen besucht, um optimal für die neuen Herausforderungen vorbereitet zu sein. Wir freuen uns, dass wir im kommenden Schuljahr zwei Vorklassen bilden und damit noch mehr jugendlichen Asylbewerbern und Flüchtlingen diese Fördermöglichkeit in unserem Hause anbieten können. Bei der Klassenbildung können wir nun vor allem die unterschiedlichen Deutschkenntnisse der Jugendlichen berücksichtigen und so deren Betreuung und Förderung noch weiter optimieren.“

„Besonders erfreulich ist, dass das neue Angebot durch die Ludwig-Maximilians Universität München im Rahmen eines Mercator-Projektes begleitet wird. Damit können wir wissenschaftlich fundiert vorgehen“, erklärte Isolde Stefanski, Leiterin des Staatlichen Schulamts.

„Wir freuen uns sehr für die jugendlichen Asylbewerber und Flüchtlinge, denen ab dem kom-menden Schuljahr erneut ein adäquates Bildungsangebot in Dachau zur Verfügung steht. Damit bauen wir den jungen Menschen eine Brücke in ihre berufliche Zukunft – vielleicht sogar in ihren Traumberuf! Für die 21-jährige Schülerin Nasra Mahamed Mahamud, und den 18-jährigen Schüler Sundy Albert Oriafo, die die laufende Klasse für Asylbewerber und Flüchtlinge besuchen, geht damit ein langgehegter Wunsch und ein weiterer Schritt zur Integration in Erfüllung“, so Waltraud Wolfsmüller vom Arbeitskreis Asyl Dachau. Zusammen mit MdL Seidenath hatte sie die nun gefundene Lösung im Bildungsministerium eingefädelt.

„Wir unterstützen die Initiative, weil es wichtig ist, dass in unserer Gesellschaft niemand wegen seiner Herkunft oder seines sozialen Umfeldes chancenlos bleibt. Bildung ist und bleibt eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben und ist damit ein Gewinn für Alle“, erklärte Johann Schöpfel für die Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG.

„Wir haben gerne gefördert, weil wir besonders jungen Menschen eine Perspektive geben wollen“, betonte Gottlieb Herzog von der Hubert-Beck-Stiftung zur Ausbildungsförderung.

Das beiliegende Foto zeigt (von links nach rechts): Johann Schöpfel, Matthias Buschhaus, Johanna Weizer-Hesky, Marion Benzait, Sven Meyer-Huppmann, Sundy Albert Oriafo, Christian Oswald, Nasra Mahamed Mahamud, Stefan Löwl, Isolde Stefanski, Johannes Sommerer, Bernhard Seidenath, Waltraud Wolfsmüller und Gottlieb Herzog.

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