Pressemitteilung

Bundesverdienstkreuz für Förderer der deutsch-französischen Versöhnung - Hasselfeldt würdigt Raymond Frugier bei Auszeichnung in Limoges

Raymond Frugier, ehemaliger Bürgermeister der französischen Stadt Oradour-sur-Glane, wurde am vergangenen Donnerstag im Rahmen eines Festakts in Limoges der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Laudatio hielt die Dachauer Abgeordnete und CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt. Frugier, der sich im März dieses Jahres nach 18 Jahren im Amt nicht mehr als Erster Bürgermeister der Stadt Oradour-sur-Glane zur Wahl stellte, setzt sich seit vielen Jahrzehnten mit großer Empathie für die deutsch-französische Versöhnung und die gemeinsame Erinnerungsarbeit ein. Die Gemeinde Oradour wurde 1944, nur wenige Tage nach der Landung der Alliierten in der Normandie, Opfer eines Massakers der Waffen-SS. Bei dem Angriff wurden 642 Dorfbewohner ermordet. Der studierte Geistes- und Rechtswissenschaftler Frugier regte unter anderem den deutsch-französischen - speziell auch den bayerisch-französischen - Austausch auf politischer Ebene an und förderte intensiv Jugendbegegnungen von Deutschen und Franzosen. Für seinen Einsatz in diesem Bereich wurde er nun geehrt.

Die Laudatio für Raymond Frugier zu halten, ist für Hasselfeldt eine Herzensangelegenheit. Der Austausch und die Freundschaft mit den Menschen aus Oradour-sur-Glane ist ihr seit Jahren ein besonderes Anliegen. Sie war die erste hohe Repräsentantin der Bundesrepublik, die die Gedenkstätte Oradour besuchte. 2009 legte sie, damals noch in ihrem Amt als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, anlässlich des 65. Jahrestages des Massakers und zehnjährigen Jubiläums der Gedenkstätte Oradour einen Kranz zu Ehren der Opfer nieder. Der Kontakt mit Oradour und Frugier war 2007 auf Initiative eines jungen Mannes aus Hasselfeldts Wahlkreis entstanden. Durch dessen Vermittlung besuchte Hasselfeldt im selben Jahr erstmals die Gedenkstätte. Einer der sechs Überlebenden des Massakers, Robert Hébras, führte sie durch den Ort. Bewegt durch die Eindrücke regte sie den Kontakt mit Oradour an. Im Lauf der Zeit entwickelte sich ein reger Austausch zwischen der französischen Gemeinde und der Stadt Dachau, der besonders auch von der Offenheit Frugiers lebte. Beide Orte teilen die Gemeinsamkeit, durch das Schicksal zu Symbolen des nationalsozialistischen Vernichtungswahns geworden zu sein und sind deshalb besondere Orte der Erinnerung. In ihrer Laudatio sagte Hasselfeldt, für Frugier sei es über viele Jahre hinweg eine Herzensangelegenheit gewesen, die Erinnerung an das Massaker von Oradour für künftige Generationen zu bewahren. "Die besondere menschliche Größe von Raymond Frugiers Tun liegt darin, dass er von Anfang an die Hand zur Versöhnung gereicht und den Weg für die Verständigung von Deutschen und Franzosen geebnet hat. Raymond Frugiers Einsatz für die gemeinsame Erinnerungsarbeit zeichnet sich durch Mut, Entschlossenheit und Zukunftsgewandtheit aus. Das Friedensprojekt Europa braucht Menschen wie ihn, damit das Unmögliche nie wieder möglich wird", so Hasselfeldt in ihrer Laudatio.

Am Freitagmorgen besuchte Hasselfeldt gemeinsam mit ihren Kollegen der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Dr. Silke Launert und Dr. Reinhard Brandl, die Gedenkstätte Oradour. Nach dem Rundgang durch das Gelände trugen sich die Teilnehmer der Delegation in das Goldene Buch der Gemeinde Oradour und in das Goldene Buch der Opferfamilienvereinigung ein. In diesem Rahmen wurde den drei Abgeordneten auch die Medaille anlässlich des Gedenkens des 70. Jahrestages des Massakers von Oradour überreicht. Neben dem Besuch in Limoges und Oradour führten Hasselfeldt und die Delegation auch politische Gespräche in Paris.

Auf dem Bild (v.l.n.r).: Hans-Werner Bussmann (Generalkonsul Bordeaux); Ray-mond Frugier; Gerda Hasselfeldt, MdB; Laurent Cayrel (Präfekt der Region Li-mousin)

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