Pressemitteilung

Start des Bayerischen Demenz Surveys

Sammlung von Informationen zur Situation von Menschen mit Demenz - Landkreis Dachau eine von drei Projektregionen in Bayern
In den nächsten Wochen beginnt im Landkreis Dachau ein neues Projekt zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Bayern: Im Rahmen des Bayerischen Demenz Surveys sammelt das Interdisziplinäre Zentrum für Health Technology Assessment und Public Health (IZPH) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) Informationen darüber, wie Demenzerkrankungen verlaufen und wie die Erkrankten im häuslichen Umfeld versorgt werden. Ziel des Projekts ist es, Informationen über den Verlauf der Demenzerkrankung sowie über die Versorgung im häuslichen Umfeld zu gewinnen und auf deren Basis Handlungsstrategien zu entwickeln, um die Lebenssituation der Betroffenen sowie der betreuenden und pflegenden Angehörigen zu verbessern. Dies gab Bernhard Seidenath, der Vorsitzende des Arbeitskreises für Gesundheit und Pflege der CSU-Landtagsfraktion sowie Stimmkreisabgeordneter für den Landkreis Dachau im Bayerischen Landtag, heute in Dachau bekannt.

Im Rahmen des Projekts werden Menschen mit Demenz sowie pflegende Angehörige befragt. Der Bayerische Demenz Survey soll somit einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungssituation von Menschen mit Demenz sowie der Situation der pflegenden Angehörigen leisten.

Der Bayerische Demenz Survey wird an insgesamt drei Standorten in Bayern durchgeführt: in Erlangen (mit dem Einzugsgebiet Stadt-Erlangen, Landkreis Erlangen-Höchstadt und Landkreis Forchheim), sowie in einer demographisch benachteiligten und in einer demographisch begünstigten Region Bayerns: in Kronach in Oberfranken (mit dem Einzugsgebiet Landkreis Kronach sowie den angrenzenden Landkreisen Coburg, Kulmbach und Lichtenfels), wo die Bevölkerungszahlen bereits seit längerem zurückgehen, und in Dachau als dem am stärksten wachsenden Landkreis Bayerns. Ein Blick soll dabei auch in die angrenzenden Landkreise Pfaffenhofen an der Ilm und Freising geworfen werden.

Auf den Weg gebracht wurde der Bayerische Demenz Survey durch den Arbeitskreis für Gesundheit und Pflege der CSU-Landtagsfraktion. "Mit den drei Standorten werden wir einen guten Überblick bekommen, wie sich die Situation für Menschen mit einer Demenzerkrankung in Bayern und speziell im Landkreis Dachau darstellt. Dies ist eine große Chance, die Versorgung der an Demenz Erkrankten zu verbessern", erklärte Seidenath und fügte hinzu: "Demenz ist nicht heilbar. Wir wissen bisher nicht einmal, was Demenz auslöst. Umso wichtiger ist es, zu sehen, wie sich die Versorgungssituation der Erkrankten gestaltet, wie diese verbessert werden kann und wie pflegende Angehörige entlastet werden können. Der Bayerische Demenz-Survey ist damit Versorgungsforschung im besten Sinne."

Auf Antrag der CSU-Landtagsfraktion hat der Bayerische Landtag hierfür Gelder bereitgestellt, so dass das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege das Projekt für den Zeitraum 2015 - 2016 mit einer Summe von über 500.000 Euro fördern kann.

In Bayern leben nach Seidenaths Angaben derzeit ca. 220.000 Menschen mit Demenz. Aufgrund der demographischen Veränderungen kann bis 2020 von einem Anstieg auf rund 270.000 Personen ausgegangen werden. Davon werden laut aktuellen Daten etwa 70 Prozent im häuslichen Umfeld versorgt. Trotz der großen und zunehmenden Bedeutung für die Gesellschaft ist das Wissen über die Versorgungsituation noch gering. Insbesondere gibt es wenige Informationen darüber, wie die Betroffenen betreut werden. Des Weiteren ist wenig darüber bekannt, wie sich die Alltagsbedürfnisse der Betroffenen sowie die Pflegebelastung der Angehörigen darstellen. Der Bayerische Demenz Survey wird durch das Interdisziplinäre Zentrum für Health Technology Assessment und Public Health (IZPH) (Prof. Peter Kolominsky-Rabas, Dipl.-Sozialwirtin Sandra Schaller) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg koordiniert. Eine Pilotstudie wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission im Zeitraum von 2012 - 2014 in der Region Erlangen bereits erfolgreich abgeschlossen.

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