Pressemitteilung

Dr. Hannes Lachmann, der Leiter der Repräsentanz des Freistaates Bayern in Prag zu Gast in Dachau

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Tschechien und Bayern waren Thema eines Informationsabends mit dem Leiter der Repräsentanz des Freistaates Bayern in Prag. Dr. Hannes Lachmann, der auf Einladung des Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath nach Dachau gekommen war, gab einen Einblick in die Aufgaben der Repräsentanz, die sich als "Schaufenster Bayerns in Prag" sieht. "Tschechien kommt uns weit entfernt vor. Das aber ist weit gefehlt! Tatsächlich liegt Prag von Dachau etwa so weit entfernt wie Aschaffenburg und näher als Frankfurt am Main. Es ist deshalb nur sinnvoll und vernünftig, die Beziehungen nach den Jahrzehnten des Dornröschenschlafs wieder zu intensivieren. Die neue Bayerische Repräsentanz ist hier eine große Hilfe", erklärte Seidenath zur Einführung in die Diskussion, an der unter anderen auch MdL Anton Kreitmair, Landrat Stefan Löwl, Dachaus Wirtschaftsreferent Florian Schiller, die Stadträte Wolfgang Moll und Anton Limmer sowie die Kreisrätinnen Eva Rehm und Rosmarie Böswirth teilnahmen.

Das ansprechende Gebäude der Repräsentanz mitten in der Prager Altstadt informiert, wie Dr. Lachmann darstellte, über die bayerischen Beziehungen zu Tschechien und ermöglicht und fördert einen engen Austausch zwischen den beiden Staaten. Bayern ist für Tschechien innerhalb Deutschlands der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Mit einem Außenhandelsvolumen von ca. 16 Milliarden Euro ist Tschechien auch drittgrößter Importeur für bayerische Produkte. Laut Dr. Lachmann gibt es in Tschechien Nachholbedarf insbesondere bei der energetischen Gebäudesanierung oder bei der Restaurierung denkmalgeschützter Gebäude. Über 3.000 bayerische Firmen sind derzeit bereits in Tschechien aktiv. Dr. Lachmann nannte als Stärken dieses Landes, dass es neben seiner geografischen Lage und vergleichsweise niedrigen Löhne vor allem einen stabilen Bankensektor und eine starke Industrietradition bieten kann. Dies bedeutet Chancen für Firmen durch Impulse durch EU-Fördermittel und damit einen interessanten Absatz- und Beschaffungsmarkt. Aber auch die Schwächen und Risiken blieben nicht unerwähnt. So lähmen ein aufwendiges Steuersystem, Korruption und fehlende Transparenz bei öffentlichen Vergaben sowie eine öffentliche Verwaltung, die noch effizienter arbeiten könnte, die Wirtschaft. Die hohe Exportabhängigkeit und die schwankende Währung, dazu eine zögerliche Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur sind weitere Hemmschuhe für dieses Land. "Beide Länder können voneinander profitieren und die wirtschaftlichen Beziehungen müssen forciert werden", waren sich Seidenath und Dr. Lachmann einig. Eine sehr gute Möglichkeit für bayerische Firmen, sich zu präsentieren, sei beispielsweise die weltweit bekannte Maschinenbaumesse in Brünn.

Am Ende dankte Seidenath Dr. Lachmann für seine "kundigen und überaus informativen Ausführungen" und gab ihm ein Kunstbuch zur Geschichte des Marktes und der Stadt Dachau sowie süße Dachauer Pralinengrüße mit auf seinen Weg zurück nach Prag. Als Ergebnis kündigte Seidenath an, zu prüfen, in welchen Bereichen sich die Reise einer Wirtschaftsdelegation ins Nachbarland lohnen könne. "Ich werde mit der Industrie- und Handelskammer sowie mit der Handwerkskammer sprechen, für welche Branchen sich Kooperationsgespräche besonders lohnen könnten. Zudem sollten wir ausloten, ob Dachauer Unternehmen - mit Unterstützung der hierfür zuständigen Stellen des Freistaats - von einer Präsentation bei einer Messe in Tschechien profitieren könnten", erklärte Seidenath.

Foto: v.l.n.r. Wirtschaftsreferent Florian Schiller, Dr. Hannes Lachmann, Bernhard Seidenath, MdL, Landrat Stefan Löwl und MdL Anton Kreitmair

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