Pressemitteilung

Gesundheits- und Pflegepolitischer Arbeitskreis der CSU besucht Pharmagroßhändler NOWEDA

CSU betont Bedeutung der Apotheken für die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung

Brisanter hätte es kaum sein können. Schon länger plante der Gesundheits- und Pflegepolitische Arbeitskreis (GPA) der CSU Dachau/Fürstenfeldbruck für den 17. November 2016 einen Besuch des apothekereigenen Wirtschaftsunternehmens NOWEDA. Die Essener Apothekergenossenschaft unterhält seit knapp sechs Jahren ihren bisher einzigen bayerischen Standort in Bergkirchen, Landkreis Dachau. Mit 8 700 Mitgliedern und einem Jahresumsatz von zuletzt 5,6 Milliarden Euro ist die stark wachsende NOWEDA die Nummer zwei im deutschen Pharmagroßhandel.

Rund einen Monat zuvor, am 19. Oktober 2016, urteilte der Europäische Gerichtshof, dass die sogenannte Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel in Deutschland nicht für ausländische Online-Versandapotheken gilt. Diese können somit, im Gegensatz zu den deutschen Apotheken, Rabatte gewähren. Die Regelung, wonach für verschreibungspflichtige Arzneimittel in ganz Deutschland ein einheitlicher Preis gilt, kommt nicht von ungefähr. Gerade auch um einen gleichen Zugang zu Arzneimitteln für die Bevölkerung in ganz Deutschland zu gewährleisten, soll ein ruinöser Preiswettbewerb verhindert werden. Zudem soll die Preisbindung auch sicherstellen, dass für knappe Arzneimittel keine "Mondpreise" verlangt werden können.

"Dass die ausländischen Versandapotheken in diesem Fall nicht der deutschen Preisbindung unterliegen, stellt einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für die niedergelassenen Apotheken in Bayern und unseren Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck dar," sagte der Dachauer Stimmkreisabgeordnete und gesundheitspolitische Sprecher der CSU Landtagsfraktion, Bernhard Seidenath, der zugleich Bezirksvorsitzender des Gesundheits- und Pflegepolitischen Arbeitskreises der CSU Oberbayern ist. Er betonte weiter: "Es kann nicht sein, dass unsere inländischen Apotheken jeden Tag zahlreiche Regelungen beachten müssen, die für die ausländischen Versandapotheken nicht gelten. Dies führt zu einer Verzerrung des Wettbewerbs und gefährdet letztlich die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung."

Stefan Ulrich Klose, Vorsitzender des Gesundheits- und Pflegepolitischen Arbeitskreises der CSU Dachau/Fürstenfeldbruck ergänzte: "Unsere inländischen Apotheken bieten Leistungen zum Gemeinwohl an, die die Versandapotheken nicht anbieten wollen oder müssen. Die persönliche Beratung, die Herstellung von individuellen Rezepturarzneimitteln, die Notfallversorgung sowie der Notdienst seien hier beispielhaft genannt. Dies alles darf nicht gefährdet werden."

Karl Josef Paulweber, Vorstand der NOWEDA eG, prognostizierte in seinem Vortrag, dass ein für die Bevölkerung auf dem Land nicht unerheblicher Teil der heute niedergelassenen Apotheken als Folge einer völligen Freigabe des Online-Versandhandels verschwinden könnte. "Deshalb werden wir für die Mitglieder unserer Genossenschaft, die Apothekerinnen und Apotheker, hiergegen unsere Stimme erheben. Die Vertretung der Interessen unserer Mitglieder ist eine der tragenden Säulen unserer Unternehmensphilosophie."

Geführt von Thomas Einhellig, dem Betriebsleiter des NOWEDA-Standortes Bergkirchen, konnten die Besucher bei einer Betriebsbesichtigung einen Blick hinter die Kulissen werfen, um sich über die Abläufe in einem pharmazeutischen Großhandel zu informieren. Über 120 000 Arzneimittel sind am Standort Bergkirchen ständig verfügbar, um mithilfe einer ausgefeilten Logistik innerhalb kürzester Zeit in die Apotheke und letztlich zum Patienten gebracht zu werden. 40 000-mal pro Tag greifen dazu die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Regale, um über 5 500 Aussendungen täglich zusammenzustellen.

In einer intensiven Diskussion tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Anschluss an die Betriebsführung weiter aus.

"Wir sind dankbar für diesen Abend, denn er hat die Bedeutung eines guten Zusammenwirkens von Pharmagroßhandel und Apotheken für eine reibungslose Abwicklung der Arzneimittelbelieferung aufgezeigt" resümierten Bernhard Seidenath und Stefan Klose den gelungenen Abend. "Er hat uns vor Augen geführt, wie wichtig die Rolle dieser Akteure für eine flächendeckende, sichere und qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung für die Menschen in unseren Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck ist. Deshalb wird sich die CSU dafür einsetzen, dass dies nicht gefährdet wird."

Karl Josef Paulweber, Josef W. Karl, Andreas Schöfbeck, Janda Buck, Bernhard Seidenath, Thomas Einhellig, Karin König, Heinrich Feldmann, Benjamin Laub, Martin Pritzkow, Stefan Ulrich Klose, Marcus Breu, Markus Hermes (v.l.)

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